Die Kirche zu Genschmar

Genschmar hatte ursprünglich keine eigene Kirche. Erst 1664 ist ein Kirchenbau belegt. Vielleicht hat diese Kirche schon 1613 gestanden, denn auf der ältesten Genschmarer Kirchenglocke war diese Jahreszahl eingraviert. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde Genschmar eine Flia von Golzow. 1768 befand sich die Kirche in einem desolaten Zustand, so dass im Folgejahr umfangreiche Reparaturarbeiten begannen.

Bei einer Bauinspektion im Jahr 1833 wurde festgestellt, dass sich der im 18. Jahrhundert angebaute Teil der Kirche, die insgesamt aus Fachwerk bestand, gesenkt hatte. Da beim Läuten Kirchturm und Chor wankten, wurde die Abnahme der Glocken verfügt. Erst 1854 sollte der Glockenstuhl repariert werden. Da aber das alte Kirchengebäude zu baufällig war, wurde daneben ein separater Glockenstuhl errichtet. Anschließend plante man einen Neubau, der 1862 vollendet war. Die neue Genschmarer Kirche war ein neugotischer Ziegelbau mit spitzer Turmpyramide.

Die kirche zu Genschmar

Im Turm hingen zwei Glocken, von denen die Ältere, 1613 von Sebastian Preger, Frankfurt (O), gegossene, 1945 zerstört wurde. Ein Rest dieser Glocke wird in der Kapelle aufbewahrt. Die Andere, ein Umguss aus dem Jahre 1890 von Hugu Collier, Berlin, war bereits 1917 an die Heeresverwaltung abgeliefert worden.

Die 1862 durch Ferdinand Dinse, Berlin, gebaute Orgel ging mit der Zerstörung der Kirche unter.

Im Frühjahr 1945 wurde die Genschmarer Kirche schwer beschädigt und in den Nachkriegsjahren nicht wieder aufgebaut. An den noch vorhandenen Fundamentmauern erkennt man die Umrisse des Gotteshauses.

Im Jahre 1953 wurde unmittelbar neben dem Friedhof eine rechteckige Kapelle errichtet, die von der Gemeinde als Gottesdienstraum genutzt wird. Die Kapelle, die mit einem Spitzdach versehen ist, hat seitlich je drei spitzbogige Fenster. Durch den kleinen, offenen Vorbau an der Westseite gelangt man in das Innere der Kapelle. Dieser hölzerne Vorbauwurde im Jahr 1995 errichtet. …

An der Vorderseite des hölzernen Altars ist ein Kreuz eingearbeitet. Geschmückt wird der Altar von einem Kruzifix, das von zwei hölzernen Leuchtern umgeben ist. An der Altarwand hängt ein schlichtes hölzernes Kreuz. Rechts vom Altar steht die Kanzel, die ebenfalls aus Holz gefertigt worden ist. Der gusseiserne, sechsflammige Kronleuchter datiert – wie die anderen Ausstattungsgegenstände – aus der Bauzeit.

Glocke mit neu erbautem
Glockenstuhl

Seit dem Sommer 2009 steht vor der Kapelle ein neuer hölzerner Glockenstuhl, in bemerkenswerter Handwerkstechnik errichtet, mit der gusseisernen Glocke, die 1952 für die Podelziger Kirche gegossen worden war.

Quelle: mit freundlicher Genehmigung: Reinhard Schmook, „Kirchen und Gemeindehäuser im Evangelischen Kirchenkreis Oderbruch“ 2012

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